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Holzbau & Konstruktion

KVH oder BSH: Die richtige Materialwahl für Ihre Holzkonstruktion

Die Wahl zwischen Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz richtet sich nicht allein nach dem Produktnamen. Nutzung, Spannweite, Querschnitt, Beanspruchung und Anschlüsse müssen zusammenpassen. Dieser Überblick hilft dabei, das passende Holz für die konkrete Aufgabe einzugrenzen.

Worin unterscheiden sich KVH und BSH?

Konstruktionsvollholz besteht aus sortiertem und technisch getrocknetem Vollholz. Längs verbundene Varianten werden an ihren Enden keilgezinkt. Brettschichtholz besteht dagegen aus mehreren getrockneten Lamellen, die mit gleichgerichteter Faser übereinander verklebt sind. Durch den Lamellenaufbau lässt es sich in größeren oder geformten Querschnitten herstellen. Beide Produkte können für tragende Holzkonstruktionen geeignet sein; die Auswahl muss jedoch am konkreten Bauteil geprüft werden.

Wann spricht der verfügbare Querschnitt für KVH?

KVH kann sinnvoll sein, wenn die Aufgabe mit einem Vollholzprodukt im verfügbaren Querschnitt gelöst werden kann. Das kann etwa für einzelne Balken, Stützen oder Holzbauteile mit überschaubaren Anforderungen an Form und Querschnitt gelten. Ob das Bauteil ausreicht, hängt unter anderem von seinen Lasten, seiner Spannweite und der vorgesehenen Lagerung ab. Ein günstiger Materialpreis allein ist keine ausreichende Begründung.

Wann bietet BSH mehr konstruktive Möglichkeiten?

Der Vorteil von BSH liegt vor allem im Aufbau: Die Kombination der Lamellen ermöglicht größere und geformte Querschnitte. Das kann hilfreich sein, wenn die Konstruktion besondere Abmessungen oder Formen benötigt. Auch bei der Wahl zwischen verschiedenen Querschnitten bleibt eine Bemessung des jeweiligen Bauteils erforderlich. Aus dem Produktaufbau folgt deshalb nicht automatisch, dass BSH für jede Konstruktion geeigneter ist.

Welche Angaben braucht die Materialentscheidung?

Für eine belastbare Einordnung sollten mindestens die vorgesehene Nutzung, die ständigen und veränderlichen Einwirkungen, die Spannweite zwischen den Auflagern sowie die gewünschte Bauteilbreite und -höhe beschrieben werden. Außerdem zählen die Befestigungs- und Anschlusssituation sowie die Umgebungsbedingungen. Eine Nutzungsbeschreibung und eine erste Skizze können den Informationsstand verdeutlichen, ersetzen aber keine Bemessung.

Wie beeinflusst die sichtbare Oberfläche die Entscheidung?

Wenn Holz sichtbar bleiben soll, gehört die gewünschte Optik ausdrücklich zur Materialplanung. KVH zeigt die Eigenschaften der verwendeten Vollholzabschnitte. BSH zeigt durch den Lamellenaufbau typische Fugen und ein anderes Oberflächenbild. Welche Variante besser gefällt, sollte unabhängig von der Tragwerksplanung festgelegt und mit dem tatsächlich vorgesehenen Produkt abgestimmt werden.

Welche Angaben gehören in die weitere Planung?

Ergänzen Sie möglichst auch Standort, Innen- oder Außenbereich, ungefähre Abmessungen und Informationen zu vorhandenen Auflagern oder Anschlüssen. Bei Außenkonstruktionen ist zu klären, wie Regen ferngehalten, Wasser abgeleitet und eine spätere Austrocknung ermöglicht werden kann. So werden Materialwahl und konstruktiver Holzschutz von Anfang an gemeinsam betrachtet.